Projekt Existenzminimum

MINDESTLOHN VS. LEBENSHALTUNGSKOSTEN

Ein Mindestlohn ist nicht dasselbe, wie Lebenshaltungskosten. Lebenshaltungskosten sind die geschätzten Kosten, die eine Person mit dem absolut Nötigsten versorgt, das heißt mit dem Mindestmaß an Nahrung, Wohnung, Kleidung, Krankenversicherung und Bildung, sowie der Option etwas zu sparen. Ein nationaler Mindestlohn ist ein von der Regierung festgelegter Betrag, welcher dies in vielen Fällen nicht abdeckt.

MINI RODINI PROGRAMM FÜR EXISTENZSICHERNDE LÖHNE

Deshalb hält sich Mini Rodini an das eigens implementierte Living Wage Projekt, wo wir in unseren Fabriken Schätzungen zu den Lebensunterhaltskosten der dort Arbeitenden vornehmen und ein System entwickeln, um entsprechende Lücken füllen zu können. Die zusätzlichen Beträge, die wir senden, kommen aus unserer eigenen Tasche und spiegelt sich mitnichten in den Preisen wider, die Kund*innen für unsere Ware bezahlen. Wir betrachten es stattdessen als zusätzlichen Aufschlag für jedes produzierte Produkt. Der Grund dafür ist, dass es unserer Meinung nach unsere Pflicht ist, diesen Preis zu zahlen, um sichergehen zu können, dass die Menschen, die unsere Artikel herstellen, einen fairen Lohn erhalten.

Das erste Living Wage Projekt, in das wir je involviert waren, fand 2014 in Indien als Teil einer Initiative eines anderen Fair Wear Foundation Mitgliedes statt. Wir arbeiten nicht länger mit jener Fabrik zusammen, aber haben stattdessen 2016 in einer anderen Fabrik unser eigenes Living Wage System für Lebenshaltungskosten ins Leben gerufen. Dies war eine Fabrik, zu der wir bereits für lange Zeit in guter Verbindung standen, und welche etwa 1000 Angestellte beschäftigt. Obwohl wir lediglich 4% ihrer Produktionskapazitäten ausmachen, zahlen wir allen Angestellten einen zusätzlichen Bonus für die Zeit, in der sie unsere Produkte produzieren, aus.

2016 wurde Mini Rodini von der Fair Wear Foundation - einer unabhängigen Non-Profit-Organisation, welche sich für verbesserte Bedingungen für Angestellte in Textilfabriken einsetzt - eingeladen, dem neuen Forum der Foundation für Lebenshaltungskosten beizutreten, welches “Living Wages Incubator” heisst. Die Mitglieder des Forums sind europäische Firmen, welche sich intensiv mit Lebenshaltungskosten beschäftigen. Wir treffen uns mit ihnen, um Wissen auszutauschen und neue Wege zu finden, auf welchen wir Probleme umgehen und unsere Projekte noch besser fördern können.

2017 erweiterte Mini Rodini sein Living Wage Projekt auf drei weitere Textilfabriken in der Türkei. Unseren Informationen nach war dies das erste Mal, dass eine ausländische Firma in der Türkei ein externen Budget aus ihren Umsätzen kreiert hat, um den dortigen Angestellten einen Living Wage Bonus zu bezahlen.

Im Herbst 2017 wurden bereits 18% unserer Artikel von Arbeiter*innen produziert, welche den Lebenshaltungskosten Bonus erhalten. Unser Ziel ist es, bis 2021 ein System einzuführen, in welchem alle Angestellten in all unseren Nähfabriken einen Lohn verdienen, der ihre Lebenshaltungskosten deckt, anstatt für einen Mindestlohn zu arbeiten.